Treffen im Sauerland
vom 5. bis 8. September 2019
organisiert von Holger Noetzel und Katja Kohlhage

Reisebericht mit Bildern
Von Herbert Gockel



Nach 2012 hatten sich die beiden wieder zur Organisation eines Treffens im Sauerland bereit erklärt. Ausgangspunkt war, wie letztes Mal, Lüdenscheid. Lüdenscheid liegt im nordwestlichen Sauerland auf einer Höhe von 232–539 Metern und ist Kreisstadt des Märkischen Kreises und hat ca. 72.000 Einwohner. Wegen der Lampen- und Leuchtenindustrie wird sie auch „Stadt des Lichtes“ genannt. Ob dem ein oder anderen beim Treffen „ein Licht aufgegangen ist“, ist nicht überliefert. Aber am Samstagabend wäre einigen von uns fast das „Licht ausgegangen“ smile.

Die Bekanntheit von Lüdenscheid ist aber besonders durch die Figur des Herrn Müller-Lüdenscheidt aus dem Loriot-Sketch „Herren im Bad“ beflügelt worden.
Wer kennt nicht die Diskussion der gut situierten Herren in mittlerem Alter, die gemeinsam in der Badewanne eines Hotelzimmers sitzen. Herr Müller-Lüdenscheidt, seines Zeichens Lotus-Fahrer und Dr. Klöbner, seinerseits EVO-Fahrer, streiten darüber, welcher der schönere Omega ist. Da man sich nicht einigt, soll ein Wetttauchen die Entscheidung bringen, wer obsiegt. Dr. Klöbner gewinnt mit Abstand. Herr Müller-Lüdenscheid versucht aber von dem Ergebnis, dass der EVO der schönere ist dadurch abzulenken, dass er einen Vortrag darüber hält, dass der Lotus aber der schnellere sei. Das von Dr. Klöbner mit ins Wasser genommene Quietscheentchen kann den Streit nicht schlichten. Der Sketch endet damit, dass ein dritter Herr hinzukommt und fragt, welchen Omega er kaufen soll. Im Austausch darüber erkaltet das Badewasser und Herr Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner sterben an einer Lungenentzündung, worauf der unbekannte Dritte beide Omegas den Witwen abkauft. Offen ist bis heute, ob der ominöse dritte Mann ein Clubmitglied von uns ist und eventuell aus dem Sauerland kommt  smile.
Am Donnerstag, den 5. September reisten wir im Laufe des Nachmittags im Mercure Hotel Lüdenscheid an. Das Treffen begann mit dem gemeinsamen Abendessen im Hotel. Holger und Katja hatten ein Buffet bestellt. Für jeden Geschmack war etwas dabei.

Nach dem Abendessen zogen wir in die Hotelbar um. Hier genossen wir noch ein paar kühle Getränke, bevor es ans Schäfchen zählen ging.

Am Freitag, den 6. September trafen wir uns nach dem Frühstück auf dem Parkplatz an unseren Autos. Eine Ausfahrt zur Versetalsperre stand an. Bei der Abfahrt kontrollierte Katja die Autos smile.

Nach einer kurzen Fahrzeit kamen wir an der Staumauer an und parkten vor dem Haus des Ruhrverbandes Versetalsperre, der Eigentümer des Stausees ist. Hier waren wir für eine Führung angemeldet.

Im Vortragsraum wurden wir begrüßt und erhielten einen Einblick in die Struktur der Talsperre. Sie hat drei Funktionen: Dient der Trinkwasserversorgung, der Stromerzeugung und zur Niedrigwassererhöhung der Ruhr. Die Versetalsperre staut den kleinen Fluss Verse und liegt mit einer Wasseroberfläche von 1,83 km² und einem Gesamtstauraum von 33,6 Mio. m³ zwischen Lüdenscheid und Herscheid. Sie zählt zu den großen Stauseen im Sauerland. Nach der Einführung stiegen wir hinab zur Sohle der Staumauer.

Die Anlage wurde zwischen 1929 und 1952 erbaut. Das Absperrbauwerk besteht aus einem Erdwall mit Betonkern, in dem sich viele technische Elemente befinden. Der Wall ist auf der Luftseite mit Gras begrünt und auf der Wasserseite zum Schutz vor Ausschwemmung mit Steinen aufgeschüttet. Die Gänge im Inneren vermitteln einen Eindruck von der Größe des Bauwerks. Immerhin 62 m hoch, 320 m lang und ein Bauwerksvolumen von 1,3 Mio. m³.  Das Wasserkraftwerk hat nur eine Leistung von 400 kW und erzeugt pro Jahr 1,2 Mio. kWh.



In Fließrichtung gesehen befindet sich am Rand des Stauwalls eine Betonrinne, die als Überlauf dient. Da geht bestimmt ganz schön die Post ab, wenn das Staubecken überläuft.



Nach der Besichtigung des Inneren hieß es, auf steilem Weg wieder nach oben laufen. Ein letzter Blick auf die mächtige Krone der Staumauer und ein letztes Gemeinschaftsfoto.



Von dort ging die Fahrt weiter Richtung Valbert. Nach kurzer Fahrt stoppten wir auf einem Parkstreifen direkt an der Landstraße. Hier konnten wir unsere Autos in Reih und Glied aufgereiht fotografieren.



Nach dem Shooting war das Landhaus Nordhelle unser Ziel. Hier konnten wir uns an einem von Holger und Katja vorbestellten Buffet stärken.



Für das Nachmittagsprogramm fuhren wir zurück nach Lüdenscheid. Beim Besuch der Siku / Wiking Erlebniswelt sollten wir automobilen Spaß im Kleinformat erleben. Unter sachkundiger Führung galt es ca. 3.500 Modelle unterschiedlichster Maßstäbe aus der Geschichte beider Firmen zu bestaunen. In den 50er Jahren bauten beide Firmen Verkehrsmodelle aus Kunststoffspritzguss. Siku setzte später auf Zinkdruckguss. Wer von uns hat nicht in der Kindheit von diesen beiden Herstellern etwas in seiner Spielkiste gehabt? Die Ausstellung zeigte auch die aufwendige Herstellung der detailgetreuen Modelle.



Besonders gelungen fand ich das Modellarrangement unserer Omegas unter dem Motto: Ehre wem Ehre gebührt smile.



Zum Abschluss des Besuches konnten wir auf einer kleinen Rennstrecke mit den ferngesteuerten Modellen von Sikucontrol unser fahrerisches Geschick beweisen. Elf von uns traten gegeneinander an. Wer schaffte in einer vorgegebenen Zeit die meisten Runden; das war die Aufgabe. Jeweils zwei Teilnehmer wurden gleichzeitig auf die Strecke geschickt. Ohne Übung war es nicht so einfach. Alle waren sehr ehrgeizig, teilweise aber übermotiviert. Der Zwischenstand zeigte dann die klare Führung von Sandra und dahinter den zweiten Platz für mich. Schon Wahnsinn, wie Sandra auf meinem Beifahrersitz durch genaue Beobachtung meiner Arm- und Fußarbeit  eine perfekte Fahrzeugbeherrschung gelernte hatte  smile.



Und dann kam der Schock. Thomas, noch relativ frisch im Club, zog souverän und fehlerfrei an alle vorbei. Er siegte mit mehr als zehn gefahrenen Runden und schob damit Sandra und mich jeweils einen Platz nach hinten. Das Podest sah am Ende wie folgt aus: Platz 1 für Thomas, Platz 2 für Sandra und Platz 3 für mich. Was fiel auf? Kein Lotusfahrer bei der Siegerehrung smile.



Nach dem Spaß fuhren wir zurück ins Hotel. Dort hatten wir Zeit zur Erholung, bevor wir uns zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt zum Wirtshaus „Zum Schwejk“ machten. Dort hatten wir um 19 Uhr reserviert. Das Haus ist über die Grenzen von Lüdenscheid bekannt, stammt in der heutigen Form aus 1731 und liegt am Schnittpunkt von drei unterschiedlich hoch gelegenen Gassen. Den schönen, illuminierten Gewölbekeller hatten wir für uns allein. Das Essen war ausgezeichnet und so saßen wir noch recht lange dort.



Der kleine Verdauungsspaziergang zurück zum Hotel tat gut. Der Abend war aber noch nicht zu Ende. Wir nahmen die Hotelbar in Beschlag und sumpften da bei ausgelassener Stimmung noch weiter rum. Was mag Holger Wolfram nur vorgesungen haben?



Am Samstag, den 7. September hieß es nach dem Frühstück wieder: „Gentelemen start your engiens“. Im Konvoy fuhren wir zum Freilichtmuseum Hagen. Auf dem 42 Hektar großen Gelände erlebten wir 200 Jahre Handwerks- und Technikgeschichte aus Westfalen und Lippe. Unter netter Führung besichtigten wir viele der insgesamt 60 verschiedenen Werkstätten, in den geschulte Handwerker abwechselnd alte Techniken zeigten. Auf dem Weg durch die Anlage fallen die vielen Fachwerkhäuser ins Auge, in denen die Werkstätten und Museumsläden untergebracht sind. Alles ist sehr gut erhalten und liegt in schöner Natur im engen Tal am Mäckinger Bach, umgeben von bewaldeten Hügeln. Die Besichtigung endete für einige von uns im Restaurant „Museumsterrassen“ mit einer leckeren Currywurst.



Der Rest des Nachmittags stand zur freien Verfügung. Einige verbrachten noch Zeit im Museum und bummelten durch die Museumsshops. Zurück im Hotel bereiteten wir uns auf den Abend vor. Holger und Katja hatten zu sich nach Hause in die „Opel Werkstatt a la Holger“ eingeladen.
Schon am späteren Nachmittag fuhren wir mit dem Bus vom Hotel dorthin. Man konnte schon ahnen, dass an einer eigenen Rückfahrt zum Hotel nicht zu denken sein wird.
Holger und Katja hatten schon in der Vergangenheit von der Baumaßnahme „große Hobby-Schrauber-Garage“ erzählt, aber was wir dann sahen übertraf alle Erwartungen.
Eine große Garage a la bonheur mit Hebebühne und professioneller Ausstattung. Der ganze Raum erstrahlte in Opel-Leuchtreklamen, Schildern und Aufklebern aus verschiedenen Zeiten. Für den Abend gab es zusätzliche Deko im Opellook. Katja hatte auf den Tischen Opellogos ausgelegt, die sie selbst angefertigt hatte. Und wo sonst die Opel parken (die mussten jetzt im Regen stehen), standen nun die Tische und Stühle für uns.



Der Abend war gleichzeitig die offizielle Einweihung durch den Club. Und so hatten wir auch ein passendes Geschenk dabei, was in der Einrichtung noch fehlte: Ein Lotus-Schild, das bei unserem Club natürlich dazu gehört (ich mag auch den Lotus, trotz aller gepflegten Sticheleien). Da bekam der Gastgeber etwas feuchte Augen. Mir kam dann beim Schreiben dieser Zeilen die Idee, die Garage auch als Clubheim umzuwidmen. Muss noch mal drüber gesprochen werden smile.



Holger und Katja hatten mit ihren Freunden ein Buffet vorbereitet, mit dem wir die Grundlage für langes Stehvermögen schafften. An dieser Stelle ein dickes Lob an die Freunde, die nicht nur bei der Vorbereitung behilflich waren, sondern uns in der Nacht auch zurück zum Hotel fuhren. Allein hätten die meisten von uns ihr Bett nicht wiedergefunden. Die nachfolgenden Bilder zeigen wieso.



Nach 21 Uhr wurde als Reminiszenz an den DTM Jägermeister-Omega die 3 L-Flasche des traditionsreichen Werbepartners hervorgeholt, weil die Literflaschen zu schnell leer wurden. Das fand allgemeine Begeisterung und wirkte sich beschwingend auf das Miteinander aus.



Die Freunde, die leider nüchtern bleiben mussten, schauten amüsiert zu.



Man kam sich näher; brauchte aber auch mal eine Pause.



Dietmar machte wieder den Diskjockey, ich bekam das Opellogo auf die Stirn, Holger musste sich umziehen und Wolfram machte ein Nickerchen.



Es wurde immer ausgelassener gefeiert. Der Jägermeister blieb das beliebteste Getränk. Gesanglich wurde mit der CD gewetteifert und sogar das Tanzbein wurde geschwungen.



Am Ende konnte keiner mehr einen EVO von einem Lotus unterscheiden und der Gastgeber bewegte sich in jägermeisterlicher Glückseligkeit und mit verträumten Blicken zwischen den letzten Gästen hin und her.



Um 2 Uhr brachten, nach neunstündigem Tankstopp, die tapferen Freunde der beiden Gastgeber die letzten Nimmermüden zurück zum Hotel. Besonderen Dank dafür, denn so Abgeschossene im Auto kann schon anstrengend sein.
Es war ein toller Abend. Es soll sogar einer auf dem Tisch getanzt haben, der bei Alkohol oft zu Übermut neigt. Ist aber alles gutgegangen smile.

Dank sei Opel. Ohne diese Omegas hätten wir nie zueinander gefunden.


Am Sonntag, den 8. September zeigten sich bei dem geplanten gemeinsamen Frühstück Spuren der letzten Nacht. Es dauerte, bis sich die Reihen füllten. Sylvia zum Beispiel musste alleine Frühstücken und soweit ich weiß auch später hinterm Lenkrad sitzen. Am Ende sind aber alle heil nach Hause gekommen.
Die Garage wurde erst am nächsten Tag aufgeräumt. Grund soll eine 24stündige Reha der Gastgeber gewesen sein, so wurde zumindest kundgetan.

Es war wieder ein tolles Treffen. Die Garagenparty war der Höhepunkt und hat gezeigt, wie ausgelassen wir miteinander feiern können. Ganz großen Dank an Holger und Katja, dass sie sich so viel Arbeit gemacht hatten und uns ein vergnügtes Wochenende organisierten.
Die Detailverliebtheit bei der Einrichtung des „Hobbyraums“ hat gezeigt, wir waren bei echten Opel Fans zu Gast.